Die Zahl der Geflüchteten auf der ganzen Welt steigt ständig an und das nicht nur seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Hier kommen oft fähige Mitarbeiter:innen ins Land, von denen viele Arbeit suchen und eine Bereicherung für die lokale Wirtschaft darstellen. Das Hiring-Verfahren für Flüchtlinge wirkt jedoch komplex und scheint Arbeitgeber vor Herausforderungen zu stellen. Vor allem auf Grund von Problematiken, wie z.B. Sprachbarrieren und undurchsichtiger Bürokratie scheitert der Einstellungsprozess oft. Wie sie als Arbeitgeber unterstützen können und welche Bereicherung das Einstellen von Geflüchteten für ihr Unternehmen bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Mit Geflüchteten kommen eine große Anzahl an unterschiedlichen Fachkräften ins Land. Ihre professionellen Hintergründe sind damit divers und können den Mangel an Angestellten in den unterschiedlichsten Sektoren ausgleichen. Gleichzeitig bringen sie eine hohe Arbeitsmoral mit. Menschen verlassen nicht leichtfertig und oft nicht freiwillig ihr Land. Die Aussicht auf einen Neuanfang treibt sie an, wodurch sie ein hohes Maß an Produktivität in ihren Job mitbringen. Und auch kulturell gesehen bereichern internationale Mitarbeitende das Unternehmen. Dadurch können andersartige und neue Arbeitsweisen ausgelotet und erschlossen werden. Von einem diversifizierten Arbeitsumfeld können schlussendlich alle profitieren.
Vergessen Sie also nicht, dass Geflüchtete ebenfalls Qualifikationen und Ambitionen haben und sich in der Arbeitswelt beweisen wollen.
Geflüchtete stehen jedoch vor diversen Problematiken, die ihnen nicht nur die Suche nach einer Festanstellung erschweren: Persönliche Traumata, soziale Diskriminierung, Sprachbarrieren und die behördliche Komplexität legen ihnen Steine in den Weg. Hier können Sie als Arbeitgeber unterstützen.
Ob ein Bewerber oder eine Bewerberin wirklich für eine Stellenausschreibung qualifiziert ist, wird häufig über den Bildungsabschluss oder die Ausbildung kommuniziert. Hier sind Urkunden oder Zertifikate meist von entscheidender Bedeutung. Was geschieht jedoch, wenn Bewerbende keine (international) anerkannte Bescheinigung vorlegen können?
Für sie als Arbeitgeber ist entscheidend, dass der oder die Bewerbende die richtigen Kompetenzen und Fähigkeiten mitbringt. Beglaubigung durch Urkunden sollte hier also zweitrangig werden und der klassische Einstellungsprozess erweitert werden. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie etwaige Lücken im Lebenslauf zum Verhältnis mit der Lebenssituation der Geflüchteten setzen. Viele von ihnen haben eine lange Reise hinter sich, mussten teilweise mehrere Monate an verschiedenen Orten verweilen, bis es weitergehen konnte. Manche hatten außerdem Aufenthalte in Flüchtlingslagern.
Die klassische Weise eine Sprache zu erlernen, ist durch Kurse. Leider erweist sich dieser Weg häufig als langwierig. Um die Zeit zu überbrücken, bis die Sprache gut genug beherrscht wird, um den Job stellengerecht ausüben zu können, braucht es kreative Lösungsansätze. Vielleicht gibt es Aufgaben, die zu Anfang auch ohne Sprachkenntnisse zu bewältigen sind. Somit müssen Sie sich als Arbeitgeber zunächst nur um die Übersetzung der wichtigsten Dokumente kümmern (zum Beispiel Sicherheitshinweise oder Verträge). Vielleicht haben Sie außerdem die Möglichkeit mehrsprachige Mitarbeitende als Übersetzer einzubeziehen.
Im nächsten Schritt können Sie dann überlegen, wie sie die neu angestellten Geflüchteten mit Hilfe von firmeneigenen oder externen Sprachkursen unterstützen. Sehen sie die sprachliche Diversifizierung als Chance. Sie kann dafür sorgen, dass ihre Firma international wettbewerbsfähig bleibt und neue internationale Arbeitskräfte anlockt. Überlegen Sie, wie sie den Umgang mit Kolleg:innen erleichtern können: Geben Sie all ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, Sprachkurse zu besuchen, um beispielsweise das Business-Englisch zu erlernen oder zu verbessern, sodass die firmeninterne Kommunikation erleichtert wird.
Das interne Miteinander kann zusätzlich durch Tandem- beziehungsweise Buddy-Programme oder aber Aktionen, wie das beliebte Lunch Roulette, gestärkt werden. Die Idee ist so einfach wie effektiv: drei bis viel Einzelpersonen werden nach dem Zufallsprinzip zusammengewürfelt, um die Mittagspause gemeinsam zu verbringen. Eine geniale Möglichkeit, die gleichermaßen den Arbeitsalltag auflockert, die Kommunikation fördert und das Miteinander stärkt.
Andere Länder andere Sitten – auch das gilt es zu beachten, wenn man internationale Arbeitskräfte einstellt. In Bezug auf Geflüchteten sollte die Sensibilität der Arbeitgeber besonders hoch sein. Viele Menschen haben aus tragischen Gründen ihre Heimat verlassen. Indem man auch als Unternehmen Verantwortung übernimmt, und sicherstellt, dass sich diese Menschen Willkommen und in ihrer Kultur ernst genommen fühlen, kann man einen großen Beitrag zur Inklusion von Geflüchteten leisten.
Fühlen Sie sich als Arbeitgeber dennoch nicht in der Lage Geflüchtete unter alleiniger Führung aufzunehmen, dann wenden Sie sich an Organisationen, die in diesem Bereich arbeiten und bereits Kontakte zu Geflüchteten haben, die Arbeit suchen. Die UN-Flüchtlingshilfe, die UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees), bietet zahlreiche Informationen für ein mögliches Engagement. Regionale Jobbörsen und Plattformen, die Arbeitgeber mit Geflüchteten verbinden, sind ebenfalls ein nützliches Instrument.
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